Was ist der Gutenberg-Recherchepreis für Jungjournalisten?

Der Gutenberg-Recherchepreis fördert junge Journalisten, die sich auch im Zeitalter von Meinungswettstreit und Zielgruppenkommunikation dem klassischen journalistischen Grundsatz verpflichtet fühlen: Vor der Information steht die gründliche Recherche.

Er soll junge Kolleginnen und Kollegen dazu ermuntern, in diesen ebenso schnellen wie meinungsoffensiven Zeiten die Kultur des Dicke-Bretter-Bohrens zu pflegen. Der Preis versteht sich sowohl als Ermunterung an Nachwuchsjournalisten als auch als Mahnung explizit an Lokal- und Regionalzeitungsverlage, aufwändige Recherchen möglich zu machen, ja auszubauen.

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Wie ist der Preis dotiert?

Der Preis will Grundpfeiler des Qualitätsjournalismus gezielt im Bereich der deutschen Lokal- und Regionalzeitungen fördern, denen auch im digitalen Zeitalter eine bedeutende Rolle bei demokratischer Teilhabe und der Bewahrung der Pressefreiheit zukommt.

Durch den Preis sollen gerade junge Journalisten gefördert und für herausragende Leistungen geehrt werden. Dies soll sie in ordentlicher und sorgfältiger journalistischer Arbeit bestärken.

Wer entscheidet über die Auswahl der Beiträge?

Der Gutenberg-Recherchepreis für Jungjournalisten wird durch eine unabhängige Jury zuerkannt und im Rahmen einer Preisverleihung im September 2020 öffentlich überreicht. Er wird getragen von der Lingen-Stiftung, Köln, und der VRM, Mainz.

Friedrich Roeingh

Chefredakteur, Allgemeine Zeitung

Werner Schulte

Geschäftsführer, Lingen Verlag

Annette Binninger

Mitglied der Chefredaktion, Sächsische Zeitung

Anke Vehmeier

Leiterin Lokaljournalistenprogramm, Bundeszentrale für politische Bildung

Franz Sommerfeld

ehem. Chefredakteur, Kölner Stadt-Anzeiger

Wer sind die Initiatoren des Gutenberg-Recherchepreis für Jungjournalisten?

Initiatoren des Gutenberg-Recherchepreis für Jungjournalisten ist die VRM zusammen mit der Lingen-Stiftung.

Die VRM mit Sitz in Mainz erreicht mit ihren Tageszeitungen im Rhein-Main-Gebiet – darunter die „Allgemeine Zeitung“, der „Wiesbadener Kurier“ und das „Darmstädter Echo“ – und ihren Aktivitäten im mittelhessischen Zeitungsmarkt – darunter u. a. die „Wetzlarer Neue Zeitung“ und der „Gießener Anzeiger“ – mehr als eine Million Leserinnen und Leser und verfügt über eine Auflage von rund 300.000 Exemplaren. Darüber hinaus steht die VRM konzernweit mit rund zwei Millionen Unique Usern in Kontakt und erreicht über 650.000 Social Media-Nutzer. Ein breit gefächertes Angebot an Zielgruppenmedien, Anzeigenblättern sowie zahlreiche Initiativen und Beteiligungen runden das Portfolio der VRM ab. Insgesamt zählt das Unternehmen zu den reichweitenstärksten regionalen Medienhäusern Deutschlands.

[Quellen: ma 2019; ma 2019 Internet III Basis: deutschsprachige Bevölkerung ab 16 J., VRM]

„Ich freue mich, dass die VRM zusammen mit der Lingen-Stiftung als Initiatoren des Gutenberg-Recherchepreises ein Zeichen setzen, um junge Nachwuchskräfte in Zeiten von Fake-News zu ermuntern, mutigen und ehrlichen Zeitungs-
journalismus zu betreiben, der sich abhebt.“

Hans Georg Schnücker

Sprecher der Geschäftsführung, VRM GmbH & Co. KG

Die Lingen-Stiftung mit Sitz in Köln ist eine gemeinnützige Stiftung, die 1993 vom Verleger Helmut Lingen und seiner Frau Ruth gegründet wurde. Sie ist entstanden aus dem Lebenswerk von Herrn Lingen, dem Lingen Verlag, der seit Ende der 50-er Jahre des vorigen Jahrhunderts den Leserservice der deutschen Tageszeitungen maßgeblich prägte. Bereits zu Lebzeiten von Helmut Lingen wurde die „Edition Lingen Stiftung“ gegründet und ein Journalistenpreis konzipiert, der dem Stiftungszweck „Förderung des demokratischen Staatswesens“ in besonderer Weise entsprechen sollte. Nach dem Tode des Stifters haben Vorstand und Beirat der Lingen-Stiftung beschlossen, gemeinsam mit der VRM den „Gutenberg-Recherchepreis“ ins Leben zu rufen, um herausragende Beispiele kritischen Zeitungsjournalismus zu würdigen.

„Es ist unerlässlich, dass Presse- und Meinungsfreiheit gelebt werden, aber auch, dass Qualitätsjournalismus eine Orientierungsmöglichkeit in diesen unruhigen Zeiten bietet, indem objektiv recherchiert und umfassend analysiert wird.“

Heinz-Jürgen Lievenbrück

Vorstand, Lingen-Stiftung

Wer kann sich bewerben?

Beteiligen können sich feste und freie Journalisten bis maximal 35 Jahre zum Zeitpunkt der Fertigstellung ihrer Arbeit. Der Beitrag kann sowohl alleine als auch im Rechercheteam erarbeitet worden sein. Bei Recherche- und Autorenteams muss die Leistung eines einzelnen Einreichenden plausibel abgegrenzt sein. Die Beiträge müssen im Zeitraum vom 01.05.2019 bis 30.04.2020 von einer deutschen Lokal- oder Regionalzeitung oder auf einer journalistisch unabhängigen Onlineplattform veröffentlicht worden sein.

Welche Voraussetzungen müssen die Beiträge erfüllen?

Ausgezeichnet werden Beiträge, die relevante Themen und Entwicklungen transparent machen, die verdeckte Räume ausleuchten, die die investigative Recherche pflegen, die Missstände aufdecken – die das Versprechen der Kontrollfunktion der Medien einlösen.

Hinweis: Es werden lediglich schriftliche Beiträge, welche in einer deutschen Lokal- oder Regionalzeitung oder auf einer journalistisch unabhängigen Onlineplattform Form erschienen sind, bei der Vergabe des Preises berücksichtigt. Die eingereichten Beiträge werden zwar nicht anonymisiert, besteht allerdings bei einem Jurymitglied die Gefahr der Befangenheit, ist dieses von der Entscheidung über den Beitrag ausgeschlossen.

Bis wann kann ich mich bewerben?

Die Bewerbungsfrist endet am 15.05.2020.

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