„So gefährlich sind Würzburger Corona-Leugner“

publiziert auf mainpost.de am 8. Februar 2021

Besorgte Bürger oder Feinde der Demokratie? Beim Aufkommen verschiedener Querdenker-Bewegungen mag das zunächst nicht ganz eindeutig gewesen sein. Die Würzburger Gruppe von „Eltern stehen auf“ (ESA) schaffte es zumindest binnen kürzester Zeit, über 600 Leute hinter sich zu scharen. Und die Kommunalpolitik suchte den Austausch mit ihnen, um nicht eine relevante Gruppe vor den Kopf zu stoßen. Wie unreflektiert und falsch das war, hat Aaron Niemeyer aufgedeckt, Volontär der Main-Post. Bei seiner Recherche zu „So gefährlich sind Würzburger Corona-Leugner“ drang er die in die geschlossenen Chat-Kanäle von „Eltern stehen auf“ ein. Nicht die Sorge um die Grundrechte bestimmten hier die Debatten, sondern antidemokratische Verschwörungsmythen und Holocaust-Leugnung. Hippies, Esoteriker, AfD-Anhänger und Reichsbürger fanden sich hier zusammen. Niemeyers Recherchen stehen exemplarisch für eine ganze Reihe investigativer Arbeiten regionaler Zeitungen in 2021, die lokale Querdenker-Gruppen ausleuchteten. Nicht die Anfeindungen gegen den Volontär – die bis zu anonymen Gewaltdrohung reichten – machen seine Arbeit preiswürdig, sondern ihre Wirkung. Der Würzburger Landrat musste sich von seinen Umarmungsversuchen distanzieren, ein Großteil der Mitglieder der Gruppe kehrte ihr aufgrund der Recherchen den Rücken. Ein Wirkungstreffer, der preiswürdig ist.

Foto: Fabian Gebert

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Aaron Niemeyer

Redakteur Lokalredaktion Würzburg, mainpost.de