Preisträger 2022

1. Preis: Charlotte Köhler

"Derek *2008 † 2019" publiziert in Go 16.2021 (Magazin der Reportageschule Reutlingen) „Von der ersten Sekunde an war sein Leben ein Kampf“, so beginnt Charlotte Köhler ihre Geschichte. Es ist die Geschichte eines Kindes, das keine Chance im Leben bekam. Erst wird...

2. Preis: Daniel Noglik

"Die Hells-Angels-Wiesmoor-Connection" publiziert in der Ostfriesen-Zeitung am 8. April 2022 Wiesmoor, die zweitkleinste Stadt in Ostfriesland. Hier könnte er noch gedeihen, der klischeehafte Lokaljournalismus vom Kaninchenzüchterverein, der nicht aus den Köpfen der...

3. Preis: Ruben Schaar

"Das Geschäft mit der Wohnungsnot" publiziert in der Mainpost am 31. März 2022 Missstände, Angst, Betrug und möglicherweise ein Millionenschaden. Galoppierende Mietpreise sind ein Problem, das sich in vielen deutschen Städten zuspitzt. Die Berechnung von Miet- und...

Sonderpreis: Alexander Gutsfeld

"Narcoland. Das Meth-Kartell im Dreiländereck" publiziert in der Aachener Zeitung am 24. Dezember 2021 Ein Drogenschmuggler mit Wohnsitz in Aachen macht den Journalisten Alexander Gutsfeld neugierig: Was hat die Stadt des Doms, der Maschinenbaustudenten und der...

Preisverleihung 2022

Was ist der Gutenberg-Recherchepreis?

Der Gutenberg-Recherchepreis fördert junge Journalisten, die sich auch im Zeitalter von Meinungswettstreit und Zielgruppenkommunikation dem klassischen journalistischen Grundsatz verpflichtet fühlen: Vor der Information steht die gründliche Recherche.

Er soll junge Kolleginnen und Kollegen dazu ermuntern, in diesen ebenso schnellen wie meinungsoffensiven Zeiten die Kultur des Dicke-Bretter-Bohrens zu pflegen. Der Preis versteht sich sowohl als Ermunterung an Nachwuchsjournalisten als auch als Mahnung explizit an Lokal- und Regionalzeitungsverlage, aufwändige Recherchen möglich zu machen, ja auszubauen.

1. Preis

2. Preis

3. Preis

Wie ist der Preis dotiert?

Der Preis will Grundpfeiler des Qualitätsjournalismus gezielt im Bereich der deutschen Lokal- und Regionalzeitungen fördern, denen auch im digitalen Zeitalter eine bedeutende Rolle bei demokratischer Teilhabe und der Bewahrung der Pressefreiheit zukommt.

Durch den Preis sollen gerade junge Journalisten gefördert und für herausragende Leistungen geehrt werden. Dies soll sie in ordentlicher und sorgfältiger journalistischer Arbeit bestärken.

Wer entscheidet über die Auswahl der Beiträge?

Der Gutenberg-Recherchepreis wird durch eine unabhängige Jury zuerkannt und im Rahmen einer Preisverleihung öffentlich überreicht. Er wird getragen von der Lingen-Stiftung, Köln, und der VRM, Mainz.

Friedrich Roeingh

Chefredakteur, Allgemeine Zeitung

Werner Schulte

Geschäftsführer, Lingen Verlag

Annette Binninger

Mitglied der Chefredaktion, Sächsische Zeitung

Anke Vehmeier

Leiterin Lokaljournalistenprogramm, Bundeszentrale für politische Bildung

Franz Sommerfeld

ehem. Chefredakteur, Kölner Stadt-Anzeiger

Die VRM mit Sitz in Mainz erreicht mit ihren Tageszeitungen im Rhein-Main-Gebiet – darunter die „Allgemeine Zeitung“, der „Wiesbadener Kurier“ und das „Darmstädter Echo“ – und ihren Aktivitäten im mittelhessischen Zeitungsmarkt – u. a. die „Wetzlarer Neue Zeitung“ – rund 870.000 Leserinnen und Leser und verfügt über eine Auflage von rund 260.000 Exemplaren. Darüber hinaus steht die VRM konzernweit mit rund 1,7 Millionen Unique Usern in Kontakt und erreicht rund 644.000 Social Media-Nutzerinnen und -Nutzer. Ein breit gefächertes Angebot an Zielgruppenmedien, wie z. B. die deutschlandweit erscheinende Kinderzeitung „Kruschel“, Anzeigenblättern sowie zahlreiche Initiativen und Beteiligungen runden das Portfolio der VRM ab. Hierzu zählt auch die Bündelung der digitalen Services im Agenturverbund RYZE Digital. Insgesamt gehört das Unternehmen zu den reichweitenstärksten regionalen Medienhäusern Deutschlands.

[Quellen: ma 2021, IVW 2. Quartal 2021, AGOF digital facts, VRM]

„Ich freue mich, dass die VRM zusammen mit der Lingen-Stiftung als Initiatoren des Gutenberg-Recherchepreises ein Zeichen setzen, um junge Nachwuchskräfte in Zeiten von Fake-News zu ermuntern, mutigen und ehrlichen Zeitungs-
journalismus zu betreiben, der sich abhebt.“

Joachim Liebler

Geschäftsführung, VRM GmbH & Co. KG

Die Lingen-Stiftung mit Sitz in Köln ist eine gemeinnützige Stiftung, die 1993 vom Verleger Helmut Lingen und seiner Frau Ruth gegründet wurde. Sie ist entstanden aus dem Lebenswerk von Herrn Lingen, dem Lingen Verlag, der seit Ende der 50-er Jahre des vorigen Jahrhunderts den Leserservice der deutschen Tageszeitungen maßgeblich prägte. Bereits zu Lebzeiten von Helmut Lingen wurde die „Edition Lingen Stiftung“ gegründet und ein Journalistenpreis konzipiert, der dem Stiftungszweck „Förderung des demokratischen Staatswesens“ in besonderer Weise entsprechen sollte. Nach dem Tode des Stifters haben Vorstand und Beirat der Lingen-Stiftung beschlossen, gemeinsam mit der VRM den „Gutenberg-Recherchepreis“ ins Leben zu rufen, um herausragende Beispiele kritischen Zeitungsjournalismus zu würdigen.

„Es ist unerlässlich, dass Presse- und Meinungsfreiheit gelebt werden, aber auch, dass Qualitätsjournalismus eine Orientierungsmöglichkeit in diesen unruhigen Zeiten bietet, indem objektiv recherchiert und umfassend analysiert wird.“

Heinz-Jürgen Lievenbrück

Vorstand, Lingen-Stiftung

Wer kann sich bewerben?

Beteiligen können sich feste und freie Journalisten bis maximal 35 Jahre zum Zeitpunkt der Fertigstellung ihrer Arbeit. Der Beitrag kann sowohl alleine als auch im Rechercheteam erarbeitet worden sein. Bei Recherche- und Autorenteams muss die Leistung eines einzelnen Einreichenden plausibel abgegrenzt sein. Die Beiträge müssen im Zeitraum vom 01.05.2021 bis 30.04.2022 von einer deutschen Lokal- oder Regionalzeitung oder auf einer journalistisch unabhängigen Onlineplattform veröffentlicht worden sein.

Welche Voraussetzungen müssen die Beiträge erfüllen?

Ausgezeichnet werden Beiträge, die relevante Themen und Entwicklungen transparent machen, die verdeckte Räume ausleuchten, die die investigative Recherche pflegen, die Missstände aufdecken – die das Versprechen der Kontrollfunktion der Medien einlösen.

Hinweis: Es werden lediglich schriftliche Beiträge, welche in einer deutschen Lokal- oder Regionalzeitung oder auf einer journalistisch unabhängigen Onlineplattform Form erschienen sind, bei der Vergabe des Preises berücksichtigt. Die eingereichten Beiträge werden zwar nicht anonymisiert, besteht allerdings bei einem Jurymitglied die Gefahr der Befangenheit, ist dieses von der Entscheidung über den Beitrag ausgeschlossen.